Psychology of Yoga and Meditation

Lectures delivered at ETH Zurich, Vol. 6, 1938-1940, ed. Martin Liebscher (Princeton University Press, 2021)

In seinen Vorlesungen über die Psychologie der östlichen Spiritualität erörtert Jung die psychologische Methode der Aktiven Imagination anhand von Parallelen und Beispielen aus verschiedenen yoga und buddhistischen Traditionen. Dabei stützt er sich auf die Diskussion der östlichen Meditationen in Patanjalis Yoga Sûtra, der Amitâyurdhyâna-sûtra im chinesischen „Reinen Landbuddhismus“ und der Shrî-chakra-sambhâra Tantra Lehre, einer Schrift aus dem tantrischen Yoga. Die Vorlesungen bieten einen vertieften Einblick in Jungs komparative Methode und zeigen seine eigene psychologische Entwicklung im Lichte der Entdeckung dieser östlichen Texte.

Die Einleitung des Editors Martin Liebscher verknüpft die Themen der östlichen Meditationen mit Jungs Konzepten und psychologischer Terminologie und erläutert den bleibenden Einfluss dieser Auseinandersetzung auf Jungs späteres Werk und Gedanken.

 

Publikation Schwarze Bücher

The Black Books: Notebooks of Transformation 1913 – 1932, ed. Sonu Shamdasani (W.W. Norton, 2020)

Die Stiftung der Werke von C.G. Jung freut sich die Publikation der 7-bändigen Faksimile Ausgabe von Jungs Schwarzen Büchern bekanntgeben zu können. Nach mehrjähriger Vorbereitung durch die Philemon Foundation (Herausgeber Sonu Shamdasani, Übersetzer Martin Liebscher, John Peck und Sonu Shamdasani), erschien die englische Originalausgabe am 14. Oktober 2020 im Verlag W.W. Norton. Die Edition enthält die kompletten Faksimile der persönlichen Notizbücher Jungs in deutscher Sprache, begleitet von einer englischsprachigen Einführung, Übersetzung und Annotation. Während die Träume, Visionen und inneren Gespräche aus den Schwarzen Büchern der Jahre 1913-1916 die Grundlage zu Jungs Liber Novus, dem Roten Buch wurden, fuhr Jung auch danach über lange Jahre fort, seine inneren Erlebnisse in diesen Notizbüchern festzuhalten. Die Edition der Schwarzen Bücher dokumentiert das Zustandekommen von Jungs persönlicher Kosmologie und sein Versuch, die Erkenntnisse aus seinem Selbst-Experiment mit dem Unbewussten in sein Leben und seine äusseren Beziehungen zu integrieren.

Das künstlerische Werk von C.G. Jung

C.G. Jung, Bilder des Unbewussten: Gestaltungen, Zeichnungen und Skulpturen, Hg. Stiftung der Werke von C.G. Jung (Patmos Schwabenverlag 2020)

Nach dem Erscheinen der englischen Originalausgabe im Jahr 2019 (The Art of C.G. Jung, Verlag W.W.Norton) bietet Bilder des Unbewussten nun auch dem deutschsprachigen Publikum einen umfassenden Überblick über das gestalterische Werk von Jung. Obwohl er sich nie als Künstler verstanden wissen wollte, zeugen die gezeigten Bilder, Zeichnungen und Skulpturen von seiner großen künstlerischen Schaffenskraft und seinem beeindruckenden Gespür für Form und Farbe. In jahrelangen Recherchen hat die Stiftung der Werke von C.G. Jung die Spuren dieses zentralen Teils von Jungs psychologischem Werk gesammelt und im vorliegenden Band rekonstruiert. Fünf Textbeiträge stellen diese visuellen Arbeiten Jungs in den Kontext seines Roten Buches und dokumentieren seine tief gehende Auseinandersetzung mit der Kunst und der Seele.

 

 

 

Neuveröffentlichung historischer Literaturbesprechungen

BHMS_JUNG_COUVERTUREC. G. Jung, Comptes rendus critiques de la psychologie francophone, Introduction, traduction et notes par Florent Serina (Editions BHMS, 2020)

Noch bevor sich Jung der Psychoanalytischen Bewegung Freuds anschloss, war er ein wichtiger Vermittler der frankophonen Psychologie für deutschsprachige Fachkollegen. In den Jahren 1905 bis 1909 veröffentlichte er zahlreiche Zusammenfassungen und Besprechungen von französischsprachiger Fachliteratur in den Zeitschriften Folia neuro-biologica, Zeitschrift für Psychotherapie und weiteren deutschsprachigen Publikationsorganen. Der französische Psychologiehistoriker Florent Serina hat nun zum ersten Mal die Gesamtheit dieser Texte in einer zweisprachigen deutsch-französischen Ausgabe gesammelt und mit Unterstützung der Stiftung der Werke von C.G. Jung veröffentlicht. Eine historische Einführung und ein ausführlicher Fussnotenapparat liefern wertvolle Hinweise zur Situierung der Texte im Kontext der zeitgenössischen Debatte über die Wissenschaft der Psyche zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

 

 

Dream Symbols of the Individuation Process

Notes of C.G. Jung’s Seminars on Wolfgang Pauli’s Dreams, ed. Suzanne Gieser (Princeton University Press, 2019)

In den Jahren 1936 und 1937 hielt Jung zwei legendäre Seminare über Traumdeutung an der US Ostküste auf Bailey Island, Maine, und in New York City. Darin präsentierte er eine längere Traumserie des Physikers und Nobelpreisträgers Wolfgang Pauli, der sich bei Jung wegen persönlicher Probleme in Therapie begeben hatte. Die von Suzanne Gieser in der Philemon Foundation Series veröffentlichten Seminaraufzeichnungen Dream Symbols of the Individuation Process zeigen Jungs Diskussion dieser Träume als Beispiel von psychischen Heilungsprozessen wie sie in vielen Kulturen und Zeitaltern zu beobachten sind. Dabei machte er Bezüge zur modernen Physik und den politischen Strömungen seiner Zeit, ebenso wie zu Beispielen des Mithraskult, Buddhismus, Hinduismus, chinesischer Philosophie, Kundalini Yoga und antiken ägyptischen Konzepten von Körper und Seele. Gleichzeitig diskutierte er den Symbolismus der katholischen Messe, der Trinität und gnostischer Ideen, die zum Verständnis von Jungs Psychologie der Religion beitragen.